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  • AutorenbildJojo Weiß

Die Angst zu verarmen (Peniaphobie) -Wie Hypnose helfen kann bei der Angst vor Armut.



Fallbeispiel: Ich hatte mein ganzes Leben lang Angst zu verarmen. Eine Hypnotherapie half mir meinen Wohlstand spüren zu können.


Mascha (Name geändert) ist sechsundvierzig, kinderlos und seit vielen Jahren als Single unterwegs. Ihre Gesichtszüge sind geprägt von permanenter Anspannung und Ängsten. Sie kommt ursprünglich aus Polen und leidet unter extremer Angst vor Armut. Ihr gepflegtes Äußeres steht im starken Kontrast zu der Stimmung, die sie mitbringt.


Unser erster Kontakt fand bereits vor knapp einem Jahr statt. Seit dieser Zeit hatte sie hin und her überlegt, ob eine Hypnosetherapie für sie das Richtige sei und ob sie sich das Honorar leisten könne. Sorgen ums Geld bestimmten ihr Leben Tag für Tag, obwohl sie sich von außen gesehen keine Geldsorgen machen zu brauchte. Ihre permanente Angst vor Armut hatte sie zu einer sehr fleißigen und zielstrebigen Frau werden lassen, die ein erfolgreiches Kosmetikstudio betreibt.


Über die gesetzliche Krankenkasse hatte Mascha bereits eine tiefenpsychologisch ausgerichtete Therapie und eine Verhaltenstherapie absolviert.


„Egal, was ich probiert habe, die Angst ist geblieben, ja sie ist sogar stärker geworden“, sagte sie und klang dabei sehr verzweifelt. „Wir haben uns die Geschichte mit meinen Eltern angeschaut, die permanente Geldnot und Unsicherheit in meiner Kindheit. Ich habe mit meinem inneren Kind gearbeitet und meinen Eltern vergeben, für die Streitigkeiten in unserem Haus und für all die Entbehrungen, die meine Schwester und ich erfahren mussten“, sprudelte es aus ihr heraus.


„Ich erinnere mich nur noch wenig an die Zeit in Polen, schon dort ging es uns nicht gut. Mit dem Wechsel nach Deutschland sollte alles besser werden, doch es wurde nur noch schlimmer. Der Alkoholismus meines Vaters hat unsere finanziellen Probleme nur noch größer werden lassen. Als er starb war ich zwölf und meine Mutter stand mit uns beiden Kindern alleine da“, fügte sie hinzu.


Maschas ältere Schwester hatte geheiratet und war mit ihrem Mann nach England gezogen. Seitdem bestand der Kontakt nur aus gelegentlichen Telefonanrufen. „Auch wenn es mich traurig macht, ich kann verstehen, dass sie mit all dem abschließen wollte. Sie hatte das Glück, einen liebevollen Mann zu finden und ist in ihrer Ehe finanziell gut versorgt. Ich wünschte, einen solchen Partner zu haben“, fuhr sie fort.“


Die Herausforderung bestand darin, Mascha aus dem fortwährenden Kreislauf des gefühlten Mangels und der übersteigerten Angst zu verarmen herauszuführen. Wie konnte es uns gelingen, dieses Muster einer permanent wahrgenommenen, existenziellen Bedrohung zu unterbrechen und mehr Sicherheit und Vertrauen in ihre Fähigkeiten und ins Leben generell zu etablieren?

„Mascha, was wünscht dir am allermeisten?“, fragte ich sie.


„Ich möchte keine Angst mehr haben zu verarmen und in völliger Armut zu sterben. Ich möchte nicht mehr ständig angespannt sein und Angst um mein Erspartes haben. Ich möchte nicht mehr in Angst leben, meine Rechnungen nicht bezahlen zu können und mein Studio zu verlieren. Wenn ich eine ältere Frau sehe, die im Müll nach Leergut sucht, will ich nicht immer denken, dass es mir genauso ergehen wird“, antwortete sie.


„Was wünschst du dir stattdessen“, fragte ich vorsichtig.

„Das ist eine gute Frage, ich weiß es nicht“, kam die Antwort. „Es fällt mir wirklich schwer, mich mit glücklicheren Alternativen zu beschäftigen.“


„Kann es sein Mascha, dass dies ein essentieller Teil des Musters ist? Stell dir vor, du hättest all die Jahre unbewusst den inneren Armuts-Muskel so stark trainiert, während die geistige und emotionale Muskulatur für Fülle, Wohlstand und Reichtum dabei verkümmerte. Wie bei einer Tennisspielerin, die immer nur ihren Schlagarm trainierte und niemals die andere Seite. Auf diese Weise wächst die Fähigkeit sich zu sorgen und zu ängstigen enorm, während dein Vermögen, dich zu entspannen, dich reich und in Sicherheit zu fühlen, immer mehr abnimmt. Macht das Sinn?“, fragte ich sie.


„Oh ja, das macht sehr viel Sinn", kam die Antwort. "Genau so war es bei meiner Mutter. Sie hat sich ständig Sorgen gemacht und war auch deswegen in psychologischer Behandlung, nachdem sie sich jahrelang davor gedrückt hatte."


Maschas Mutter war mit einer generalisierten Angststörung und depressiven Episoden diagnostiziert worden. Langsam aber sicher begann sich sowohl ein Bild der Ausgangslage herauszukristallisieren, als auch ein Weg, wie eine Lösung für Maschas Peniaphobie aussehen könnte.


In der ersten hypnotischen Trancearbeit ging es primär darum ihr die Erfahrung von geistiger und körperlicher Entspannung zu vermitteln und Vertrauen aufzubauen. Mascha zeigte starke körperliche Reaktionen während der Hypnose. Es war förmlich zu sehen wie sich die Spannung in unwillkürlichen Muskelbewegungen entlud, ähnlich wie wir es aus der abendlichen Einschlafphase kennen. Nur wesentlich stärker.

Als inneren Wohlfühlort hatte sich Mascha eine Holzbank im Garten ihrer Großmutter ausgesucht, wo sie mit ihr saß und Eis essen durfte. „Nirgendwo sonst fühle ich mich so sicher, wie auf dieser Bank in der Sonne mit meiner Oma“, sagte sie und ihre Lippen bebten, als die ersten Tränen kamen.

In der Nachbesprechung sagte sie: „Es war so real, ich war wirklich da und ich konnte Omas Duft riechen und ihre warme Hand auf meiner spüren. Als du gesagt hast, ich könne jederzeit an diesen Ort gehen, war das für mich eine unglaubliche Erkenntnis und ich werde das von jetzt an üben.“


In den kommenden Sitzungen wiederholten und verankerten wir diese Erfahrung. Als Hausaufgabe hatte ich Mascha gebeten aufzuschreiben, was sie tun würde, wenn sie frei wäre, von der Angst zu verarmen.

„Ich weiß jetzt was ich tun werde“, sagte sie aufgeregt zu Beginn der nächsten Sitzung.

Ich besuche die Orte meiner Kindheit. Ich möchte sie mit den Augen einer erwachsenen Frau sehen und mit meiner Schwester habe ich auch telefoniert. Sie und ihr Mann sind einverstanden, dass ich zu Besuch nach England fahre.“

In einer weiteren Trance-Sequenz begegnete sie ihrer geliebten Großmutter und die beiden nahmen sich gemeinsame Zeit auf der vertrauten Bank in der Sonne. Mascha erzählte ihr von ihrer Angst zu verarmen und von all ihren anderen Sorgen und Nöten. Mascha ist ein sehr kinästhetischer Typ, d.h. bei ihr geht viel über das körperliche Spüren. Wenn ich während der hypnotischen Trance meine Hand auf ihre legte, verstärkte dies den Eindruck der Hand ihrer Großmutter.


Als sich die imaginäre Unterhaltung dem Ende zu nähern schien fragte ich

„Mascha, gibt es etwas, was dir deine Großmutter dort auf der Bank noch mit auf den Weg geben möchte?“


Sie hielt einige Atemzüge inne und antwortete: „Ja, sie sagt, ich soll mein Leben genießen, immer mal ein Eis essen und dass sie mich unendlich lieb hat.“ Jetzt liefen Tränen der Ergriffenheit und Mascha sagte: „Auch wenn ich gerade weine, das fühlt sich sehr leicht und gut an.“

Zwei Taschentücher später fragte ich sie:“Wo im Körper nimmst du die Leichtigkeit wahr?“

„In den Händen!“, rief sie sie. „Es sind meine Hände mit denen ich Leichtigkeit spüre und es sind auch meine Hände, mit denen ich mein Geld verdiene und so viel geschafft habe.“, kam es euphorisch hinterher.

Am Ende der Session vereinbarten wir zunächst einmal mit den Hypnosesitzungen zu pausieren, um zu sehen, wie sich die bisherigen Ergebnisse im Alltag bemerkbar machen würden. Ebenfalls vereinbarten wir, einmal pro Woche per E-Mail zu kommunizieren und bei Bedarf zu telefonieren. Als Mascha sich mit der Umsetzung der geplanten Reisen beschäftigte, kam erneut eine Phase des Zweifelns.

"Ich habe schon lange nicht mehr so viel Geld auf einmal ausgegeben, das ist ein Riesenschritt für mich", schrieb sie in einer ihrer E-Mails. "Auch wenn es mir immer noch schwerfällt, behalte ich meinen Plan bei."

Bei unserer abschließenden Sitzung drei Monate später war ich wirklich überrascht von Maschas äußerer Veränderung. Ihre langen Haare hatten einer peppigen Kurzhaarfrisur Platz gemacht und sie hatte sich offensichtlich ein passendes schickes Outfit gegönnt..

"Mascha, was ist passiert?", fragte ich erstaunt. "Du siehst fantastisch aus!"

Sie lachte und erzählte mir von ihrem Besuch in Polen, von Verwandten, die sie lange nicht mehr gesehen hatte, und von dem Ort, an dem sie mit ihrer Großmutter auf der Bank gesessen hatte. "Hier, schau mal", sagte sie und zeigte mir einen Anhänger an ihrer Halskette mit einem kleinen Bild, auf dem ihre Lieblingsoma zu sehen war.


"Der Besuch bei meiner Schwester und ihrem Mann war unglaublich. Ich war so aufgeregt und ängstlich, als ich hinflog, und dann durfte ich die beiden von einer Seite kennenlernen, die ich überhaupt nicht kannte. Sie waren so großzügig und herzlich. Stell dir vor, ich durfte eine ganze Woche in ihrem Gästezimmer wohnen. Sie haben sogar ein Klavier im Haus. Wir haben uns richtig viel Zeit füreinander genommen.

Anfangs brauchte ich etwas Zeit, um mich an ihr völlig anderes Leben zu gewöhnen und es zu verstehen. Jetzt möchte ich unbedingt Englisch lernen. London hat mir so gut gefallen, ich möchte bald wieder hin. Ich weiß jetzt, dass es so viele schöne Dinge im Leben gibt, die ich mir auch leisten kann", erzählte sie voller Euphorie.

Fazit: Die letzten Jahre der wirtschaftlichen Krise haben sicherlich dazu beigetragen, die Angst vor Armut, sinkendem Wohlstand und Fehlinvestitionen bei vielen Menschen extrem zu verstärken. Wie alle Ängste kann auch die Peniaphobie von außen betrachtet irrational wirken, da sie auch Menschen betrifft, die wohlhabend sind oder objektiv gesehen keine Schwierigkeiten haben, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.


Für die Betroffenen wirkt die Bedrohung jedoch real und existenziell. Mascha brachte die Bereitschaft mit, wirklich Neues auszuprobieren, und konnte so ein Muster auflösen, welches sie schon lange begleitet hatte. Solch einen Wandel miterleben zu dürfen, gehört zu den Aspekten meiner Arbeit als Hypnotherapeut und Hypnosecoach, für die ich sehr dankbar bin.

Im Vorfeld einer Hypnosetherapie gegen Angst vor Verarmung solltest Du organische Ursachen für dein Anliegen ausgeschlossen haben. Wenn du mehr über Hypnotherapie erfahren möchtest oder denkst, dass sie dir helfen könnte, besuche gerne meine Webseite unter https://www.joweissco.de/. Es ist nie zu spät, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um dein volles Potenzial zu entfalten.

Herzliche Grüße, Jojo Weiß




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