wie du dich wirklich veränderst
Wie Du Dich wirklich veränderst
Posted on 4. Mai 2018 · Posted in Blog

Wie du dich wirklich veränderst

Was hilft Menschen dabei, sich wirklich zu verändern und ihr ganzes Potenzial zu entfalten? Wie können sie sich weiterentwickeln? Diese Frage stelle ich mir in meiner Arbeit als Therapeut und Coach beinahe täglich. Ich mag das Wort Entwicklung sehr gerne. Es bedeutet, sich aus etwas ent-wickeln, in das wir ver-wickelt wurden oder uns ver-wickeln haben lassen. Durch die täglichen Sitzungen treffe ich eine Vielzahl von Menschen, die unterschiedliche Strategien anwenden, um sich und ihr Leben nicht verändern zu müssen, obwohl sie vom „Kopf her“ sagen: „Ich will auf jeden Fall etwas ändern!“ Sie möchten entweder etwas (ein Problem) loswerden oder sie wünschen sich etwas (eine Begehrlichkeit), das sie nicht haben oder von dem sie glauben, es haben zu müssen. 

Wieso uns Veränderungen oft schwerfallen

Es scheint in unserer Natur zu liegen, an Bestehendem festzuhalten und Neuem mit einer gewissen Skepsis zu begegnen – eine natürliche Angst vor dem Ungewissen, vor dem, was die Veränderung bringen könnte, ist dabei. Wir sind von der Evolution her Energiesparer und bevor wir diese einsetzen, braucht es auf der bewussten und auf der unbewussten Ebene Motivation bzw. gute Gründe für eine Verhaltensänderung.
Mich erstaunt es immer wieder auf´s Neue, wie lange wir, gegen jegliche Logik, in destruktiven Situationen verharren können. Ist es nicht bemerkenswert, wie leidensfähig wir sind? Da ist dann die Rede von inneren Antreibern, Über-Ichs, Glaubenssätzen, destruktiven Anteilen, dysfunktionalen Loyalitäten … und was da sonst noch alles so kreucht und fleucht. Kurz gesagt: Wenn es um das Thema Veränderung geht, stoßen wir regelmäßig auf inneren Widerstand. Doch wie kommen wir raus aus diesem Schlamassel – und das möglichst schnell? Im heutigen Beitrag beschäftigen wir uns deshalb mit dem von mir entwickelten ADE-Modell. Es ist ein nützliches Werkzeug, eine wirksame Strategie und Technik, wenn wir in schwierigen Lebensphasen stecken, aus denen wir nicht herauskommen.

Mit der ADE-Technik Veränderungen angehen, Probleme überwinden und Altes loslassen

Das A steht für aktuelles Alter.

Wenn ich mich unwohl fühle, ängstlich, unsicher oder in einem anderen unerwünschten Gefühl bin, mache ich mir zuerst mein aktuelles Alter bewusst. Während ich diesen Artikel schreibe, bin ich achtundvierzig Jahre alt, Vater von zwei Kindern und habe schon die ein oder andere Krise hinter mir. Ich bin also ein erwachsener Mann. Das mag banal klingen, kann jedoch in herausfordernden Situationen extrem hilfreich sein. Häufig neigen wir in problematischen Situationen dazu, den Zugriff auf unser aktuelles Alter zu verlieren und emotional/gedanklich in eine frühere Lebensphase zu rutschen. Das heißt, wir fühlen uns jünger, als wir eigentlich sind, und verhalten uns auch dementsprechend. In solchen Momenten stehen uns unsere derzeitigen Kompetenzen und Fähigkeiten nicht zur Verfügung. Als Beispiele seien Blackouts in Prüfungen, trotziges Verhalten in Konflikten oder auch extreme Ängstlichkeit genannt. Dabei gibt es auf der rationalen Ebene meist keine konkreten Gründe für die unerwünschten Verhaltensmuster. Sich regelmäßig das aktuelle Alter bewusstzumachen, hilft uns dabei mit entsprechender Reife zu handeln und erwachsene Entscheidungen zu treffen.
Eine gute Möglichkeit zum Üben bietet dabei der Spiegel. Für manchen mag es ungewohnt sein, sich im Spiegel zu betrachten und laut mit sich selbst zu sprechen. Erlaube dir deine Vorzüge zu benennen, stimmige Affirmationen zu formulieren und dir Anerkennung zu zollen, für die Herausforderungen, die du in deinem Leben erfolgreich bewältigt hast. Das können kleine und große Momente sein. Wichtig ist (wie bei vielen Dingen), dass du es regelmäßig tust. Wenn du noch tiefer in die Arbeit mit dem Spiegel einsteigen möchtest, findest du mit dem Stichwort „Louise Hay Spiegelarbeit“ alles, was du brauchst.


Video: ADE-Modell Teil 1 Aktuelles Alter

D steht für Dankbarkeit.

Ja, viele von uns haben es oft gehört. Dankbarkeit ist erwiesenermaßen hilfreich. Hand aufs Herz, wann warst du das letzte Mal ganz bewusst dankbar? Und damit meine ich nicht für ein Mega-Event oder eine Beinahe-Katastrophe, der du entgangen bist. Ich meine dankbar: für dein Dach über dem Kopf, für sauberes Trinkwasser, eine phantastische ärztliche Grundversorgung, (mehr) als genug zu essen oder dankbar dafür, dass du dir im Internet das gesamte Wissen der Menschheit mit wenigen Mausklicks ins Haus holen kannst. 
„The best things in life are free“: Diese Songzeile wurde bekannt durch Luther Vandross und Janet Jackson. Was so locker- flockig im Sound der 90er daherkommt, beinhaltet eine ganze Menge Wahrheit. Dankbar zu sein für Dinge, die wir als selbstverständlich ansehen, weil sie sozusagen gratis sind, ist eine Kunst für sich. Jeden Morgen geht die Sonne auf, wieder und wieder bietet sich ein Tag voller Möglichkeiten. Viele von uns lernen Dankbarkeit erst im fortgeschrittenen Alter, wenn scheinbar Selbstverständliches, wie die körperliche Gesundheit ins Wanken gerät.
Ich möchte dich einladen, dankbar zu sein, ohne eine Krise dafür zu brauchen. Dabei rede ich nicht von stundenlanger Fleißarbeit – Dankbarsein geht überall: beim Warten an der Supermarktkasse, im Bus, zu Hause oder beim Friseur. Und auch bei diesem Thema gilt: Der beste Zeitpunkt ist immer JETZT.


Video: ADE-Modell Teil 2 Dankbarkeit

E steht für Einkehr.

Innehalten, hinhören, hineinspüren, in dich hineinschauen. Das Mobiltelefon in den Flugmodus geschaltet, stellt sich der innere Zugang ein, wenn wir uns die Zeit dafür geben. Es mag ungewohnt sein, mag sich neu, fremd und vielleicht auch beunruhigend anfühlen. Immer wieder sagen mir Klienten, dass sie schlecht mit sich (allein) sein können. Und damit meinen sie nicht zwingend nur ohne andere Menschen, sondern ohne Musik, Fernsehen, Essen, Rauchen, Internet oder sonstige Ablenkung. Niemand hat uns in der Schule gelernt, was es heißt „innere Arbeit“ zu tun – Meditation, Selbsthypnose, Kontemplation, Tagträumen, luzides Träumen (auch Klartraum genannt): alles wissenschaftlich untersuchte Praktiken, die wesentlich dazu beitragen können, geistig und körperlich gesünder zu leben. Ist es nicht so, dass wir tief in unserem Inneren viele der Antworten kennen?
Ich stelle mir regelmäßig die Frage: Wo bescheißt du dich selbst, wo lügst du dir in die eigene Tasche? Wenn ich ruhig lausche und mit dem inneren Auge hinschaue, kommen häufig die ehrlichen Antworten. Lass dir nicht einreden, du hättest keine Zeit für diese Arbeit. Wir haben jede Menge Zeit. Es stellt sich lediglich die Frage: Wie willst du deine Zeit nutzen?


Video: ADE-Modell Teil 3 Einkehr

ADE ist für mich ein Begleiter geworden, ein kurzer knackiger Slogan, der mich gerade in stressigen Situationen daran erinnert, „Ade!“ zu sagen, mich zu verabschieden von unerwünschten Verhaltensweisen der Vergangenheit. Einer der drei Aspekte, aktuelles Alter, Dankbarkeit oder Einkehr funktioniert (für mich) immer. In Akutsituationen hilft vor allem der Zugriff aufs Erwachsensein. Es hilft ungünstige emotionale Erregung (arousal) zu minimieren, um wieder Zugriff auf ein rationaleres Denken zu bekommen und bessere Entscheidungen treffen zu können.
In diesem Zusammenhang arbeite ich gerne mit der Klopftechnik PEP (Prozess- und embodimentfokussierte Psychologie) nach Dr. Michael Bohne. Diese sind eine Weiterentwicklung des EFT (Emotional freedom technique) und anderen Ablegern davon. (verlinken). Auf diese Weise erhältst du einen ruhigeren und ausgeglicheneren Zustand, in dem du die Aspekte Dankbarkeit und Einkehr besser praktizieren kannst.

Ich wünsche dir viel Erfolg mit meiner ADE-Technik. In den kommenden Beiträgen erhältst du noch mehr Tipps und konkrete Werkzeuge, wie Du Dich wirklich veränderst. Effektive Tools findest Du auch im joweissco Blog unter Hilfe bei Prokrastination und Aufschieberitis

Herzliche Grüße,
Jojo Weiß