Alles Gut 670x270
Mehr Selbstvertrauen
Posted on 2. Februar 2017 · Posted in Blog

Mehr Selbstvertrauen

Du wünscht Dir mehr Selbstvertrauen? Willkommen im Club.
Immer wieder kommen Menschen in die Praxis mit dem Wunsch nach mehr Selbstvertrauen, deshalb schreibe ich diesen Beitrag.
Selbstvertrauen was ist das? Wie bekommt „man“ mehr Selbstvertrauen? Zunächst scheint mir, dass immer noch viele Menschen davon ausgehen, Selbstvertrauen sei ein riesiges Ding – so ein Klopper, den manche haben und andere nicht. Etwas das einem in die Wiege gelegt wird oder wobei der „liebe Gott“ vielleicht bei der Verteilung gespart haben könnte oder besonders großzügig war.

Beim Vertrauen in uns selbst finden letztendlich ähnliche Prozesse statt, wie beim Vertrauen in andere Menschen. Es ist ein Lernprozess.

Wenn wir einem anderen Menschen oder einer Sache vertrauen, wie kommt das zustande? Durch Verlässlichkeit, durch Erfahrung, durch verbindliche Zusagen (Versprechen) die eingehalten werden. Erlaube Dir in die folgende kleine Geschichte einzutauchen.

 

Beispiel Stefan und Vincent – Variante 1
Stefan sagt zu seinem Sohn Vincent: „Am Samstag geh´ ich mit Dir in´s Spaßbad. Der Junior ist eine echte Wasserratte und liebt es mit seinem Vater schwimmen zu gehen. Er genießt es besonders, wenn sie zusammen die riesige Wasserrutsche runtersausen. Voller Vorfreude verbringt er die Tage bis es endlich Wochenende ist. Am Freitag Abend teilt ihm der Vater mit, dass er morgen arbeiten muss, der Besuch im Freizeitbad fällt leider flach. „Wir gehen dafür nächstes Wochenende, Ehrenwort!“ versucht Stefan die Situation zu retten. Totaler Frust und Enttäuschung machen sich breit, Vincent ist total geknickt und sperrt sich in seinem Zimmer ein. Erschwerend kommt hinzu, letztes Wochenende gab es genau die selbe Situation.

Vielleicht denkt Vincent Dinge wie: „Die Arbeit ist wichtiger, ich bin es nicht wert. Er hat gar keine Lust mit mir in´s Freizeitbad zu gehen. Wenn ich etwas will kann ich es nicht durchsetzen.“
(In diesen Gedanken sind die Begriffe, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwert erkennbar.)

Das Vertrauen in den Vater ist dahin und es wird unter Umständen eine Weile brauchen, bis es wieder hergestellt ist. Eventuell wird Vincent nicht mehr mit seinem Vater Stefan in´s Bad gehen, obwohl er es insgeheim möchte. Die Angst vor einer Enttäuschung ist groß.

 

Beispiel Stefan und Vincent – Variante 2
Stefan sagt zu seinem Sohn Vincent: „Am Samstag geh´ ich mit Dir ins Spaßbad. Der Junior ist eine echte Wasserratte und liebt es mit seinem Vater schwimmen zu gehen. Er genießt es besonders, wenn sie zusammen die riesige Wasserrutsche runtersausen. Voller Vorfreude verbringt er die Tage bis es endlich Wochenende ist. Schon am Freitagabend packen sie die Badetaschen und Vincent geht mit der Vorstellung in´s Bett, wie sie immer wieder die Stufen zur Rutsche hochklettern, bis Papa sagt: „Ich bin platt, ich kann nicht mehr, komm wir essen Schnitzel mit Pommes.“ Auf der Heimfahrt schläft Vincent im Auto ein, ein wohliges Gefühl.

Vielleicht denkt Vincent Dinge wie: „Wenn Papa was verspricht, kann ich mich darauf verlassen.
Er mag mich, ich bin ihm wichtig.“

Die Beiden haben ihre Bindung gefestigt und das Vertrauen ist gewachsen.

Ein ähnlicher Prozess könnte sich ein paar Jahre später abgespielt haben.

 

Beispiel Vincent – Variante 1
Vincent hat sich fest vorgenommen heute endlich wieder mal zum Sport zu gehen. Der Gedanke daran erfüllt ihn mit einem guten Gefühl. Mal wieder richtig schwitzen, Leute treffen und danach einen Salat mit Hähnchenbruststreifen.
Nur noch das eine Spiel an der Playstation.
Mist, schon wieder verloren, noch ne Runde. Mittlerweile ist es 19.00 und Vincent überfällt der Hunger. Er isst zwei Schokoriegel während des nächsten Spiels und beschließt morgen zum Sport zu gehen. So geht das schon die ganze Woche und irgendwie beschleicht ihn das Gefühl, dass es so weitergehen wird. Aus lauter Frust isst er noch einen dritten Schokoriegel und fühlt sich dabei unausgeglichen und mies. Er schaltet den Fernseher an und zappt noch eine Weile zwischen den Kanälen, bis er in´s Bett geht. Die Waage im Bad hat er beim Zähneputzen links liegen gelassen.

Vielleicht denkt Vincent Dinge wie: „Ich hab´s einfach nicht drauf, wenn ich mir was vornehme dann schaffe ich es eh nicht. Ich seh` nicht gut aus und werd´ immer mobbeliger. Mit mir will doch keiner was machen. Das alles ist total mühsam und anstrengend.“

Vincent hat in den letzten Monaten kontinuierlich zugenommen, ist oft unzufrieden mit sich selbst und hält sich für einen Looser.

 

Beispiel Vincent – Variante 2
Vincent hat sich fest vorgenommen heute endlich wieder mal zum Sport zu gehen. Der Gedanke daran erfüllt ihn mit einem guten Gefühl. Mal wieder richtig schwitzen, Leute treffen und danach einen Salat mit Hähnchenbruststreifen. Vincent packt die Spielkonsole in seinen Bettkasten, hängt sich seinen Sportrucksack um und fährt mit dem Skatebord in´s Fitnessstudio. Nach einer Viertelstunde auf dem Rudergerät geht ihm echt die Pumpe aber es fühlt sich klasse an. Danach zwanzig Minuten Rücken und Schultertraining und zum Abschluss noch drei Kilometer auf dem Laufband. Isabelle, aus der Parallelklasse ist auch da, offensichtlich ist sie öfter hier, denn sie sieht mittlerweile richtig fit aus. Die beiden verabreden sich für nächste Woche zum Skateboarden. Wieder zu Hause gibt´s einen Caesar´s Salad und danach eine Runde Playstation. Geschafft aber mit einem guten Gefühl geht Vincent in´s Bett.

Vielleicht denkt Vincent Dinge wie: „Mensch, es geht doch, ich hab mir was vorgenommen und es eingehalten! Wenn ich das öfter mache krieg ich meinen Speckring los und vielleicht lässt sich Isabelle von mir in´s Kino einladen oder wir gehen öfter mal zusammen skaten.

Innerhalb von zwei Wochen war Vincent fünf Mal im Fitnesscenter, wenn er beim Fönen in den Spiegel schaut, kann er tatsächlich einen Unterschied feststellen. Sein Körper beginnt sich zu verändern und er hat seit langer Zeit das erste Mal das Gefühl sich richtig gern zu haben. In dieser Zeit hat er eineinhalb Kilo hinter sich gelassen.

 

Schreib´ Deine Geschichte von mehr Selbstvertrauen

Wie liest sich Deine Geschichte von mehr Selbstvertrauen? Wie würde es aussehen, wenn Du dir selbst ein verlässlicher Partner wärst, wie würde es sich anfühlen, wenn Du Dich auf Dich selbst verlassen könntest, so wie Du es Dir von anderen Menschen wünschst. Du kannst Dir ein passendes Beispiel aus Deiner Lebensgeschichte aussuchen und beide Varianten „durchspielen“. Erlaube Dir radikal ehrlich zu sein. Es sind „nur“ ein paar Zeilen. Ein paar Zeilen die einen großen Unterschied machen können.

Wie oft hörst Du Dich selbst sagen:
„Man (ich) müsste mal wieder mehr…machen“
„Ich würde so gerne…“
„Ich werde versuchen…zu sein.“

Es gibt eine Vielzahl von Übungen zur Steigerung des Selbstvertrauens, des Selbstwertes und des Selbstbewusstseins.
Dazu in einem späteren Beitrag mehr. Zunächst möchte ich Dir drei Anregungen geben, mit denen Du Dich sowohl gedanklich beschäftigen als auch in´ s Tun kommen kannst.

 

Drei Anregungen für mehr Selbstvertrauen

Anregung Nr. 1
Finde heraus was Du gut kannst und was Dir gut tut und tue mehr davon.
Finde heraus was Du nicht gut kannst und
a) wenn es Dir wirklich wertvoll und wichtig erscheint es zu lernen, dann lerne es.
b) lass es jemanden tun der es gut kann.
b) lass es sein.
Finde heraus was Dir nicht gut tut und hör auf damit.
Verabschiede Dich von Menschen und Dingen die Dich runterziehen, je schneller desto besser.

Anregung Nr. 2
Überlege Dir, welche Zusagen (Versprechen) Du Dir selbst machen willst und halte diese ein.
Es dürfen kleine Schritte sein. Ja, es ist sogar gut, wenn es kleine Schritte sind.
(Auch Rom wurde bekanntlich nicht an einem Tag erbaut)

Anregung Nr. 3
Gönne Dir Unterstützung, hole Dir Hilfe auf Deinem Weg zu mehr Selbstvertrauen. Spitzensportler, Manager, Politiker, es gibt kaum jemanden in den höheren Etagen, der alles im Alleingang bewerkstelligt. Auch Du musst nicht alles alleine stemmen. Es ist ein Zeichen von Stärke Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Finde jemandem, dem Du vertraust, finde einen Menschen, der liebevoll, ehrlich und respektvoll mit Dir umgeht.

Diese Liste kann selbstverständlich erweitert werden. Erfahrungsgemäß bist Du jedoch mit diesen drei Anregungen erst mal eine Weile gut beschäftigt.

Sich selbst vertrauen, mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, heißt ja auch, sich seine eigenen Fähigkeiten bewusster zu machen und dadurch kommen wir neben dem Selbstvertrauen zu verwandten Begriffen, wie dem Selbstbewusstsein und dem Selbstwert. Auch diese Aspekte lassen sich trainieren.

Mehr zum Thema Selbstwerttraining findest Du hier

 

Mehr Selbstvertrauen durch Hypnose

In der ursachenorientierten Hypnose suchen und finden wir die Situationen und Konflikte, in denen der Grundstein gelegt wurde für einen Mangel an Selbstvertrauen und lösen diese auf. Wir betrachten die Strategien die Du anwendest, um einen verminderten Selbstwert mit Dir zu tragen und ersetzen sie durch wirksamere Vorgehensweisen.
Wenn Du Dir tatsächlich erlauben kannst, es als aktiven Prozess zu betrachten.
Nach dem Motto: „Mensch, wie krieg´ ich das hin, einen Mangel an Selbstvertrauen in´s Leben zu bringen, wie „baue“ ich mir ein geringes Selbstwertgefühl?“ Es kann sogar Spaß machen herauszufinden wie das geht, um es anschließend zu ändern. Stell Dir vor wie Du Dich eines Tages fragst: „Wie hab ich das damals nur geschafft, so wenig Selbstvertrauen in´ s Leben zu bringen? Wie konnte ich nur so wenig an mich glauben?“ Erlaube Dir die Vorstellung, dass sich das völlig fremd für Dich anfühlen könnte. In der Vorstellung ist ALLES erlaubt, also worauf wartest Du?

Selbstvertrauen ist das erste Geheimnis des Erfolges.

-Ralph Waldo Emerson-

Selbstvertrauen ist die Quelle des Vertrauens zu anderen.

-Francois de la Rochefoucauld-

Wer sich selbst alles zutraut, wird andere übertreffen.

-Autor unbekannt-

Man kan viel, wenn man sich nur recht viel zutraut.

-Wilhelm Freiherr von Humboldt

Unser Selbstvertrauen kann nur so stark sein wie unser Vertrauen, dass unser Leben einen Sinn hat.

-Ernst Ferstl-

Wenn Du in Deinem eigenen Ich einen guten Gefährten gefunden hast, kannst Du es schaffen, Dein Leben zu meistern.

-Peter E. Schuhmacher-

Du bist Dir selbst anvertraut. Rechtfertige dieses Vertrauen.

-Elmar Kupke-

Sei so frei, dass es Dir gleichgültig ist, was andere über Dich denken.
Du wirst glücklich sein, wenn Du Dir gefällst.

-Autor unbekannt-

Nur wer an sich selbst glaubt, kann Unglaubliches vollbringen.

-Ernst Ferstl-

Wenn Du nicht an Dich glaubst, warum sollte es jemand anderes tun?

-Damaris Wieser-

Zuerst glaubten andere an mich, bevor ich an mich glauben konnte

-Alfred Selacher-

Natürlich ist Selbstvertrauen erlernbar. Wende Dich nur an Deine Feinde, die helfen Dir dabei recht gern.

-Martin Gerhard Reisenberg-

Manch einer glaubt nicht an sich, weil ihm das Wissen von sich fehlt.

-Siegfried Wache-

Grundsatz: Glaub an Dich, aber mache keine Religion daraus.

-Ernst Ferstl-

Nur der darf wahrhaft an sich glauben, der gelegentlich auch an sich zweifeln kann.

-Peter Sirius-

Der erste Schritt etwas zu erreichen ist daran zu glauben.

-Thomas Timm-