Unterbewusstsein Hypnose das Unbewusste Praxis Berlin
Das Unterbewusstsein: Über das Unbewusste in der Hypnose
Posted on 18. Januar 2018 · Posted in Blog

Was genau ist mit der Macht des Unterbewusstseins gemeint? Ist das eine positive oder negative Macht? Beschützt uns unser Unterbewusstsein oder lauern Gefahren in ihm? Und wie können wir es nutzen, um ein erfülltes und glückliches Leben zu führen?

 

Das Unterbewusstsein: Was es ist und was es soll

Die tiefenpsychologische Definition des Unterbewusstseins besagt, dass es sich um einen Bereich der menschlichen Psyche handelt, der unserem Denken und Verstehen nicht bewusst zugänglich ist. Doch es begleitet jeden Menschen von seinem ersten Atemzug an. Es füllt sich mit Gefühlen und Erlebnissen und hält sie wie ein großer Speicher fest.

Der weltbekannte Hypnosetherapeut Milton Erickson schreibt dem Unbewussten die Rolle einer grenzenlosen Ressource zu. Eine nie versiegende Quelle, die es uns Menschen ermöglicht, uns selbst zu heilen und unser Potential voll auszuschöpfen. Hypnose ermöglicht uns, diese Quelle anzuzapfen und unbewusste Prozesse zu aktivieren, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Was ist es also, dieses sagenhafte Unterbewusstsein und wo genau es? Die Wahrheit ist: Wir wissen es nicht! Was wir jedoch wissen ist, dass es Bereiche gibt, auf die wir mit dem bewussten Verstand keinen Zugriff haben, gleich, wie sehr wir uns willentlich anstrengen.

 

Das Unterbewusstsein in der Praxis der Hypnose

In der praktischen Arbeit eines Hypnotherapeuten ist es von großem Vorteil, wenn sich der Patient auf das „Nichtwissen“ einlassen kann. Menschen kommen in die Hypnosepraxis, weil sie entmutigt, oft verzweifelt und frustriert sind, jahre- oder jahrzehntelang beim Versuch, ein Problem mit dem puren Verstand zu lösen, gescheitert sind: „Reiß Dich zusammen, bei anderen geht das doch auch. Du musst nur wollen, dann klappt es auch!“ Wer kennt sie nicht, diese inneren Antreiber und Glaubenssätze? Die Lösung scheint also in einem Bereich jenseits des bewussten Denkens zu liegen.

Synonym für „unbewusst“ können wir Begriffe wie „unwillkürlich“ oder „automatisch“ verwenden. Beschreibungen für Prozesse, die ohne bewusstes Zutun ablaufen, beispielsweise unsere Atmung und Reflexe, Verdauung und unser Immunsystem sowie erlernte Verhaltensweisen und Fähigkeiten wie Sprechen, Laufen, Radfahren etc.

Ein bekanntes Modell, welches Lernvorgänge – von bewusst nach unbewusst – sehr anschaulich verkörpert ist das Phasenmodell der Kompetenzentwicklung. Hierbei findest du vier Lernschritte, die wir in unserer Entwicklung immer wieder durchlaufen:

1 Unbewusste Inkompetenz
Auf dieser Stufe weiß ich nicht, dass ich etwas nicht weiß.
(Andere fahren Fahrrad, doch das Kleinkind hat keine Ahnung, dass es so etwas gibt.)

2 Bewusste Inkompetenz
Jetzt ist mir klar, dass es etwas gibt, was andere können und ich nicht.
(Das Kind beobachtet andere Menschen beim Radfahren.)

3 Bewusste Kompetenz
Ich tue bewusst Dinge, um mir z. B. eine Fähigkeit anzueignen.
(Das Kind erlernt in vielen (Fehl)Versuchen die nötigen Abläufe, um selbstständig Fahrrad zu fahren.)

4 Unbewusste Kompetenz
Ich habe mir die Fähigkeit zueigen gemacht und kann sie anwenden, ohne darüber nachdenken zu müssen.
(Das Kind steigt auf das Rad und fährt einfach los.)
So entstanden deine Handlungsmuster.

Bei genauerer Beobachtung können wir unterscheiden zwischen vollständig oder teilweise bewusst bzw. unbewusst. Ich kann bewusst den Atem anhalten oder einen tiefen Atemzug nehmen – nach einer Weile wird der Atemvorgang jedoch wieder unbewusst ablaufen.

Milton Erickson war ein Meister der Metaphern. In dem er seinen Patienten „Geschichten“ erzählte, regte er unbewusste Suchprozesse an, ein Auslösen von Assoziationsketten, die es dem Betroffenen ermöglichte, Lösungen zu finden, die jenseits des analytischen Denkens liegen.

Anstelle von Metaphern können wir auch Modelle für die unbewusste Arbeit heranziehen: Modelle sind eine gute Möglichkeit, dem Patienten die Funktion und Arbeitsweise unseres Unterbewusstseins näherzubringen, so dass sich der bewusste Verstand leichter auf die Arbeit in der Hypnose einlassen kann.

 

Wie das Unterbewusstsein arbeitet: Beispiele

Vielen Menschen geläufig ist das sogenannte Eisbergmodell.

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Die Spitze eines Eisbergs, der kleinere, sichtbare Teil liegt über der Wasseroberfläche. Er verkörpert unser bewusstes Denken, steht für Logik, Willenskraft und unsere Rationalisierungen. (Wir suchen Gründe für ein bestimmtes Verhalten). Der wesentlich größere, unsichtbare Teil des Eisbergs liegt unter der Wasseroberfläche. Hier sind unsere Glaubenssätze und sogenannte „Wenn-dann-Regeln“ verankert. Es ist ebenfalls der Ort, an dem unsere Emotionen entstehen – Emotionen, die sich auf der körperlichen Ebene bemerkbar machen, die Schnittstelle zur Psychosomatik. Beim Eisberg macht der Teil unter der Wasseroberfläche ca. 85 % aus. Die Wissenschaft geht mittlerweile davon aus, dass sogar mehr als 90 % unserer Persönlichkeit unbewusst gesteuert werden.

Oder nehmen wir das Navigationssystem eines Autos. Erst wenn du die genauen Zielkoordinaten eingibst, kann das Fahrzeug ans richtige Ziel kommen. Stell dir einmal vor, du würdest weder das Land noch die Stadt, keine Straße und auch keine Hausnummer in dein Navi eingeben. So würdest du dein Ziel niemals erreichen. Gibst du jedoch präzise die gewünschte Adresse ein, erreichst du mit großer Wahrscheinlichkeit den richtigen Ort. In diesem Modell funktioniert unser Unbewusstes wie ein intelligentes, lernfähiges Navi, welches mit jeder „Fahrt“ seine Kapazität erhöht und verfeinert.

Die Dinge, die im Laufe unseres Lebens an uns herangetragen werden, haben mit dem Kern unseres Wesens jedoch nichts zu tun. Es sind Einladungen, Angebote des Lebens (leider oft in destruktiver Weise vorgetragen von unseren Erziehungsberechtigten, Lehrern und anderen), denen wir uns als Kinder nicht oder nur schwer entziehen konnten. So wird unser Unterbewusstsein mit jedem neuen Tag gefüttert und vereint in sich die Summe des Erlebten. Welche Informationen im Unterbewusstsein behalten werden und welche dagegen wieder gelöscht oder mit neuen Informationen überschrieben werden, können wir selbst nicht zuverlässig steuern. Weshalb es uns oft schwerfällt, missliche Verhaltens- und Gefühlsmuster zu ändern, am besten erkennbar an Glaubensmustern, die uns das Leben schwermachen. Sie ummanteln frühere Ereignisse und mit ihnen abgespeicherte Gefühle wie Angst, Trauer, Scham, Wut und Schuld. Im Unterbewusstsein bilden sie einen Erinnerungsschatz. Sobald wir dieselben oder ähnlichen Gefühle wiederholt erleben, öffnet sich dieses unterbewusste Erinnerungsvermögen und gerade erlebte Gefühle werden mit vergangenen Ereignissen verbunden – auch dann, wenn sie mit den eigentlich gar nichts zu tun haben.

Deshalb fällt es uns so oft so schwer, „aus unserer Haut“ zu kommen, beim Schönen im Leben zuzugreifen und beim Schlechten ruhig zu bleiben. Doch genau dann kommt es darauf an, dass wir sie als Erinnerungen erkennen und die Klarheit besitzen, diese Warnsignale wahrzunehmen, ohne sofort den Mut zu verlieren und uns hemmen zu lassen.

 

Die Arbeit mit dem Unterbewusstsein in der Hypnose

Während das Unterbewusstsein im direktiven Hypnosestil in einer klar verständlichen (eindeutigen) Sprache angesprochen wird, verwenden wir im indirekten Stil den oben genannten Ericksonschen Ansatz mit Metaphern und ins Gespräch eingebettete Sprachmuster und Suggestionen. Wir lernen am besten mit einer hohen emotionalen Beteiligung und durch Wiederholung.

Unser Unbewusstes gleicht einer Schatzkiste, die sich immer mehr füllt, je öfter wir sie öffnen. Es lohnt sich, auf die innere Schatzsuche zu gehen und deine Reichtümer zu bergen.

In der Hypnose können sie geborgen und korrigiert werden. Im Trancemodus der Hypnose findet ein stark verbesserter Zugriff auf die gespeicherten Inhalte und verknüpften Emotionen statt. Jeder Computer hat einen Papierkorb, in den Dateien abgelegt bzw. gelöscht werden. Menschen sind „Gott sei Dank“ keine Computer – das Modell hilft jedoch vielen Patienten, eine greifbare Vorstellung zu entwickeln und sich auf die Arbeit in der Hypnose einzulassen.

 

Welchen Einfluss wir auf unser Unterbewusstsein nehmen können

Wir können daran arbeiten, wie wir unsere Erlebnisse bewerten und wie das Erlebte unsere Handlungen in Zukunft beeinflusst. Oft jedoch brauchen wir Krisen oder gar eine Katastrophe, damit sich neue Türen für mehr Selbstbestimmung und Lebensqualität öffnen. In der Arbeit mit dem Unbewussten, der Trance in jeglicher Form, steckt die wundervolle Möglichkeit, Zugang zu diesem „Kern“, jener unkaputtbaren Quelle, zu bekommen. So können wir uns wieder mit unserer wahren Natur verbinden und schädliche Verhaltens-, Denk- und Gefühlsmuster abändern.

Wenn auch du deinem Leben eine neue Richtung geben möchtest, ausgediente Verhaltensweisen und Gefühle wie Ängste und Panikattacken, Rauchen, Depressionen oder Selbstwertprobleme endlich loslassen und neu beginnen möchtest, hast du jetzt die Möglichkeit, einen Termin in meiner Berliner Hypnosepraxis zu vereinbaren.